EU senkt Roaming-Gebühren
Erstellt am: 23. April 2009
Aktualisiert am: 3. März 2010
Bundespressedienst/jur
Mit 1. Juli wurden die Roaming-Gebühren in allen 27 EU-Staaten billiger. Schrittweise sinken bis 2012 die Preise fürs Telefonieren, Verschicken von Textnachrichten (SMS) und mobile Surfen im EU-Ausland.
Neue Preisgrenzen
Seit 1. Juli 2009 dürfen Mobilfunkanbieter maximal elf Cent für ein im EU-Ausland versendetes SMS berechnen. Bisher wurden dafür bis zu 49 Cent verrechnet.
Auch die bereits seit Sommer 2008 bestehenden Obergrenzen für Gespräche im EU-Ausland sinken. Die Preisgrenze im Konsumentenbereich von 46 Cent fällt im Juli auf 43 Cent pro Minute für ausgehende und 19 Cent für eingehende Anrufe. Darüber hinaus sehen die neuen EU-Roamingvorschriften eine weitere Senkung der Höchstpreise auf 39 bzw. 15 Cent im Juli 2010 und auf 35 bzw. elf Cent im Sommer 2011 vor. Zudem müssen die Gespräche ab 1. Juli 2009 von der 30. Sekunde an sekundengenau abgerechnet werden.
Spätestens ab Juli 2010 soll außerdem das Abhören der eigenen Voicemail-Box im Ausland kostenlos sein.
Daten-Roaming
Während sich die EU-Institutionen auf Großhandelsebene auf eine neue Kostenstruktur für das Herunterladen von Daten aus dem Internet einigten, gibt es für Endkundinnen und –kunden keine Höchstgrenze beim sogenannten Daten-Roaming.
Seit 1. Juli 2009 dürfen Unternehmen untereinander nicht mehr als einen Euro pro Megabyte verrechnen (bislang wurde durchschnittlich 1,68 Euro verrechnet). In den folgenden Jahren soll dieser Maximalpreis auf 80 Cent (Juli 2010) und dann auf 50 Cent (Juli 2011) sinken. Die Mobilfunkbetreiber können entscheiden ob und in welchem Ausmaß sie diese Preissenkung an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Es ist daher empfehlenswert, sich vorab über die jeweiligen Datentransfer-Tarife im EU-Ausland zu informieren.
Keine Schockrechnungen
Vor allem mobiles Internet kann im Urlaub sehr teuer werden. Um bei Kundinnen und Kunden böse Rechnungsüberraschungen zu vermeiden, können diese mit dem Mobilfunkanbieter seit 1. März 2010 vereinbaren, dass der Daten-Roaming-Dienst abgeschaltet wird, sobald ein Rechnungsbetrag von 50 Euro erreicht ist. Die Mobilfunkanbieter haben jedoch auch die Möglichkeit, eigene Obergrenzen festzulegen. Erreichen die Internetkosten 80 Prozent des gewählten Betrages, erhalten die Kundinnen und Kunden per E-Mail oder SMS eine Warnmeldung.
Bei Kundinnen und Kunden, die ihrem Mobilfunkanbieter bis zum Juli 2010 kein eigenes Limit mitgeteilt haben, wird die Onlineverbindung automatisch gekappt, sobald ihre mobile Datennutzung die 50 Euro-Grenze erreicht hat.
Anmerkung: Alle angegebenen Preise verstehen sich exklusive Mehrwertsteuer.
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