Errungenschaften der EU

Die Europäische Union ist eine einzigartige wirtschaftliche und politische Vereinigung von 28 europäischen Ländern, die zusammen einen großen Teil des europäischen Kontinents ausmachen.

Die EU hat ihren Ursprung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Alles begann mit der Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dahinter stand die Idee, dass Länder, die Handel miteinander treiben, sich wirtschaftlich verflechten und kriegerische Auseinandersetzungen eher vermeiden.

Das Ergebnis war 1958 die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und eine wachsende wirtschaftliche Zusammenarbeit, ursprünglich zwischen 6 Ländern: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden. Seither wurde ein riesiger Binnenmarkt mit aktuell 28 Mitgliedsländern geschaffen.

Von wirtschaftlicher zu politischer Union

Was als reine Wirtschaftsgemeinschaft begann, wurde zu einer Organisation, die vom Klimawandel über Umweltschutz und Gesundheit bis hin zu Außenbeziehungen und Sicherheit, Justiz und Migration zahlreiche Politikfelder abdeckt. Diesem Wandel wurde 1993 durch Umbenennung der EWG in Europäische Union (EU) Rechnung getragen.

Die EU beruht auf dem Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit. Ihr gesamtes Handeln stützt sich auf freiwillig und demokratisch von allen Mitgliedstaaten vereinbarte Verträge. Die Bürgerinnen und Bürger sind auf Unionsebene im Europäischen Parlament vertreten, die Mitgliedsstaaten (Regierungen) im Europäischen Rat bzw. im Rat der Europäischen Union. Die Rechte des EU-Parlaments sind nach und nach ausgebaut und auf zahlreiche Politikbereiche ausgeweitet worden.

Stabilität, eine gemeinsame Währung, Mobilität und Wachstum

Zu den Errungenschaften der EU gehören mehr als ein halbes Jahrhundert Frieden, Stabilität und Wohlstand, ihr Beitrag zur Steigerung des Lebensstandards und die Einführung einer einheitlichen europäischen Währung – des Euro. Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 und angesichts der Herausforderung der Flüchtlingsbewegungen ist die EU im weltweiten Vergleich weiterhin ein Synonym für Stabilität, Frieden und Wohlstand. 2012 wurde die EU für ihren Einsatz für Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte in Europa mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Da die Grenzkontrollen zwischen EU-Ländern abgeschafft wurden, genießen die Menschen im größten Teil des Kontinents Reisefreiheit. Gleichzeitig ist das europaweite Leben, Arbeiten und Reisen einfacher geworden.

Der gemeinsame Markt oder "Binnenmarkt“ ist nach wie vor der wichtigste Wirtschaftsmotor der EU. Er ermöglicht den weitgehend freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital sowie die Freizügigkeit der Bürgerinnen und Bürger. Ein weiteres zentrales Ziel besteht darin, dieses wertvolle Gut weiterzuentwickeln, um sicherzustellen, dass möglichst viele Europäerinnen und Europäer den größten Nutzen daraus ziehen können.

Menschenrechte und Gleichstellung

Eines der Hauptziele der EU ist es, die Menschenrechte innerhalb ihrer Grenzen und weltweit zu fördern. Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Wahrung der Menschenrechte – dies sind die Grundwerte der EU. Seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Jahr 2009 sind alle diese von der EU garantierten Rechte in der Charta der Grundrechte verankert. Die Institutionen der EU, "Organe“ genannt, sind zur Achtung dieser Rechte verpflichtet. Die Regierungen der EU-Länder müssen sie bei der Anwendung des EU-Rechts einhalten.

Transparente und demokratische Institutionen

Die auf 28 Mitgliedstaaten erweiterte EU ist bestrebt, ihre Organe noch transparenter und demokratischer zu machen. Das direkt gewählte Europäische Parlament erhielt zusätzliche Befugnisse. Die Rolle der Seite an Seite mit den EU-Organen arbeitenden nationalen Parlamente wurde gestärkt. Gleichzeitig stehen den europäischen Bürgerinnen und Bürgern immer mehr Wege zur Teilnahme am politischen Prozess offen, etwa durch die Europäische Bürgerinitiative. Wie die EU nach dem "Brexit“ aussehen wird, ist seit 2016 Thema einer breit angelegten Zukunftsdebatte.

Webtipp

Europäische Kommission 2017: "60 Gründe für die EU. Warum wir die EU nach wie vor brauchen"