Factbox – Hintergrundinformationen zu AusBildung wird Zukunft

Der Europäische Sozialfonds (ESF) und der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bilden die zwei Strukturfonds der Europäischen Union, die die Entwicklung und den Wohlstand in den Mitgliedsländern fördern sollen.

Der ESF ist dabei das wichtigste beschäftigungspolitische Finanzierungsinstrument und ein Kernstück der EU-Strategie für Wachstum und Beschäftigung zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Berufsaussichten der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger. Er leistet jährlich einen Beitrag von rund 75 Millionen Euro für Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte in ganz Österreich. Für die laufende Finanzperiode der Union (2007 bis 2013) ergibt dies in Summe 524 Millionen Euro allein für Österreich.

Der ESF in Österreich

Logo: Europäischer Sozialfonds

Da die Beiträge der Europäischen Union stets an eine Kofinanzierung durch die Nationalstaaten gekoppelt sind, beläuft sich das Gesamtbudget in Österreich in diesem Zusammenhang auf knapp über 1,1 Milliarden Euro, die für Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen jobsuchenden Menschen zu gute kommt. EU-weit ist der Fonds mit 75 Milliarden Euro dotiert. Im Vergleich übersteigt dies das Jahresbudget 2008 der Republik Österreich (70 Milliarden Euro).

Die Ziele des Fonds legt jedes Mitgliedsland gemeinsam mit der Europäischen Kommission fest. Österreich verfolgt aktuell fünf Prioritäten, die sich vor allem auf die Qualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern konzentrieren, um deren Beschäftigung zu sichern. Auch Menschen, die auf Grund ihrer persönlichen Lebenssituation (Unfall, Krankheit, Behinderung, Betreuungsaufgaben, keine abgeschlossene Ausbildung) Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt haben, werden schwerpunktmäßig durch die Mittel des ESF unterstützt.

Die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen ist nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise ein zentrales Anliegen der Europäischen Union. Über die Jahrzehnte ihrer Geschichte hindurch setzte sie eine ganze Reihe an Maßnahmen in den Mitgliedsländern zu diesem Zweck um. Der neue Vertrag von Lissabon hält mehrfach fest, dass ein zentrales Ziel der Gemeinschaft die Förderung eines hohen Beschäftigungsniveaus ist. Denn die EU strebt eine Angleichung der Lebensbedingungen in ihren Mitgliedsländern an, "(…) um eine harmonische Entwicklung der Union als Ganzes zu fördern" und dadurch den inneren Zusammenhalt zu stärken (Nachzulesen im Vertrag über die Arbeitsweise der EU, Artikel 174)

Für diese Entwicklung und Angleichung zwischen Stadt und Land, Berg und Tal, arm und reich, die nur über konkrete Arbeit erreicht werden kann, wendet die EU fast 80 Prozent ihres jährlichen Budgets auf. Darunter fallen die Zahlungen aus dem Kohäsion- und dem Strukturfonds (35 Prozent am Gesamtbudget), landwirtschaftliche Direktzahlungen (34 Prozent am Gesamtbudget) und für den Bereich ländliche Entwicklung (9 Prozent am Gesamtbudget).

Bei einem Budget von 864,3 Milliarden Euro für die aktuell laufende Finanzperiode (2007 bis 2013) macht dies in Summe 674 Milliarden Euro direkt beziehungsweise indirekt für Beschäftigung aus.

Das Arbeitsmarktservice

Logo: Arbeitsmarkt Service

Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist Österreichs größter Job- und Personalvermittler und das führende Dienstleistungsunternehmen am österreichischen Arbeitsmarkt. Das AMS bringt Arbeitsuchende und Arbeitgebende zusammen und sorgt dafür, dass Arbeitslosigkeit nicht länger dauert, als es die Arbeitsmarktverhältnisse bedingen. Das AMS trägt mit seiner Arbeit zur gesellschaftlichen Stabilität bei.

Das AMS vermittelt Arbeitskräfte auf offene Stellen und unterstützt die Eigeninitiative von Arbeitsuchenden und Unternehmen durch Beratung, Information, Qualifizierung, finanzielle Förderung und Existenzsicherung der Jobsuchenden während der Zeit der Arbeitslosigkeit.

2009 fanden insgesamt rund 520.000 Jobsuchende mit Unterstützung des AMS wieder eine Beschäftigung. Bei rund 70 Prozent war die Arbeitssuche bereits innerhalb von drei Monaten erfolgreich, bei 22 Prozent innerhalb von sechs Monaten. Nur bei acht Prozent dauerte die Jobsuche länger.

Trotz Wirtschaftskrise haben Österreichs Unternehmen dem AMS im Vorjahr insgesamt rund 354.000 freie Stellen – also fast 7.000 neue offene Stellen pro Woche – gemeldet. Rund 70 Prozent der freien Stellen wurden bereits innerhalb eines Monats besetzt.

Für Förderungen im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik stand dem AMS im Vorjahr rund eine Milliarde Euro zur Verfügung. Damit wurden zum Großteil Schulungen und Beschäftigungsprogramme für Lehrstellen- und Jobsuchende finanziert. Die Schulungen erhöhen die Jobchancen von Arbeitsuchenden deutlich: Zwei von drei Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben innerhalb von sechs Monaten nach Ende der Schulung wieder einen neuen Arbeitsplatz.

Das AMS beschäftigt derzeit rund 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den über 100 regionalen Geschäftsstellen und 60 Berufsinformationszentren in ganz Österreich.

Das Bundessozialamt

Logo: Bundessozialamt

Das Bundessozialamt (BSB) mit seinen neun Landesstellen ist eine nachgeordnete Dienstbehörde des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Die angebotenen Dienstleistungen richten sich sowohl an Menschen mit Behinderung als auch an Unternehmen. Die Hauptaufgabe liegt dabei in der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung.

Dafür stehen dem Bundessozialamt Mittel des Ausgleichstaxfonds, der Bundeshaushaltsmittel sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Der Ausgleichtaxfonds speist sich aus den Abgaben der Betriebe mit mehr als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die keinen Menschen mit Behinderung anstellen und dafür eine Ausgleichszahlung leisten müssen. Im Jahr 2009 belief sich das Gesamtbudget auf insgesamt 178 Millionen Euro für die berufliche Integration. Damit wurden österreichweit über 500 Projekte und insgesamt rund 60.000 Maßnahmen für Einzelpersonen (zum Beispiel Lohnförderungen, Mobilitätszuschüsse und Arbeitsplatzförderungen) ermöglicht. 2010 wird dieses Budget rund 180 Millionen Euro umfassen.

Bei den Projekten handelt es sich um Arbeitsassistenzen, Clearing, Qualifizierungsprojekte, Berufsausbildungsassistenzen, Beschäftigungsprojekte, Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz sowie Beratungs- und Sensibilisierungsprojekte.

Mit innovativen Modellen geht das Bundessozialamt neue Wege zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt. So gehört es zu den Aufgaben des vor kurzem neu gegründeten Unternehmensservices, Unternehmen gezielt anzusprechen und rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu beraten. Weiters werden Projekte im Bereich Präventionsmanagement und gemeinnütziger Arbeitskräfteüberlassung gefördert.

ESF – im Bundessozialamt

Menschen mit Behinderung stellen auch in der Strukturperiode 2007 bis 2013 eine wichtige Zielgruppe der ESF-Interventionen dar. Oberstes Ziel dabei ist die Erprobung und Umsetzung von Maßnahmen, die auf eine dauerhafte Integration dieser Zielgruppe in den Regelarbeitsmarkt abzielen, und die Schaffung von Chancengleichheit im weiteren Sinn.

Das Bundessozialamt hat im Jahr 2009 zirka 17 Millionen Euro an ESF-Mittel für verschiedene Maßnahmen in insgesamt 121 Projekten ausbezahlt. Im Jahr 2010 werden es 18,5 Millionen Euro sein, die dem Bundessozialamt durch den ESF zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von und zur Verbesserung der Beschäftigungssituation für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehen.

Erwachsenenbildung – Lebenslanges Lernen

Logo Erwachsenenbildung

Ziel des Europäischen Sozialfonds (ESF) ist es auch, dass alle Menschen Zugang zu Bildung haben und diese nicht auf einige Lebensphasen konzentriert ist, sondern die Menschen kontinuierlich begleitet. Die Abteilung Erwachsenenbildung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) koordiniert diese Projekte gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Erwachsenenbildung Sankt Wolfgang und den zahlreichen Verbänden und Institutionen der Erwachsenenbildung.

Wichtige Ziele sind dabei die Verbreitung von Information über Bildungsangebote, eine kompetente Beratung und eine gute Orientierung für die Betroffenen im breiten Angebot für Bildung und Beruf. Weiters hat sich das BMUKK die Verbesserung des Zugangs zum Lebensbegleitenden Lernen für Benachteiligte (Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in den Bereichen Basisbildung/Grundkompetenzen) und die Qualitätsentwicklung der Anbieter zum Ziel gesetzt.

Ein zentrales Projekt ist somit der Aufbau eines leistungsfähigen, flächendeckenden, anbieterübergreifenden Bildungsinformations- und Bildungsberatungssystems (gemeinsam mit den Bundesländern), das als erste Anlaufstelle für Bildungsinteressierte dient. Dies passiert sowohl auf dem Internetportal Erwachsenenbildung.at als auch in den Bundesländern (Kontaktdaten der Bildungsberatungsstellen (PDF 29 kB)). Hier kann man sich über zahlreiche Kurse verschiedener Anbieter informieren. Ein Verfahren der externen Qualitätssicherung für Beratungsinstitutionen wurde entwickelt und wird von allen beteiligten Institutionen verwendet.

Im Jahr 2008 gab es insgesamt 36.870 Beratungskontakte (Individualberatungen und Kontakte in Gruppen) in allen ESF-Projekten zusammen. Von den anbieterübergreifenden Bildungsberatungsstellen wurden mehr als die Hälfte der Beratungskontakte durchgeführt, davon 8.441 Individualberatungen (2009: etwa 12.500). Die am häufigsten nachgefragten Themen sind: Berufe und Arbeitswelt, berufliche Orientierung, Nachholen von Abschlüssen und Förderungen.