Jugendarbeitslosigkeit ist vorrangiges Problem - Monatlicher Bericht zur Beschäftigungslage – April 2009

Erstellt am: 15. April 2009
Bundespressedienst/imb

Die Beschäftigungssituation reagiert nun stärker auf die anhaltende Wirtschaftskrise in der EU. Die Arbeitslosenquote ist in der EU im Februar um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent gestiegen. Das sind 1,1 Prozentpunkte mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders dramatisch ist die Jugendarbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen liegt EU-weit bereits bei 17,5 Prozent, wobei junge Männer branchenbedingt stärker betroffen sind als junge Frauen. Jungen Menschen einen vernünftigen Start in die Arbeitswelt zu ermöglichen, wird daher eine der dringlichsten Aufgaben der Beschäftigungspolitik.

Spanien und Polen mussten die höchsten Zuwächse an Arbeitslosen verbuchen, nur Tschechien und die Niederlande können im Februar mit stagnierenden Arbeitslosenzahlen aufwarten.

Der Produktionsrückgang und die damit einhergehenden Restrukturierungsmaßnahmen großer Firmen werden auch in nächster Zeit eine steigende Arbeitslosigkeit sowie eine Reduktion der Stellenangebote bewirken. Im März meldeten Unternehmen alleine in Großbritannien 11.510 Stellenkürzungen an.

Der Indikator für die Wirtschaftsstimmung verliert 0,6 Punkte und steht mit 60,3 Punkten erneut auf einem historischen Tief.

Doch es gibt auch zarte Anzeichen für eine Beruhigung des Marktes. Der Handel konnte im Jänner EU-weit ein Umsatzplus von 0,9 Prozent erreichen. Es scheint, als wird aufgrund ausbleibender größerer Privatinvestitionen vermehrt Geld für Kleidung und Essen ausgegeben. In Spanien und Deutschland gab es im Jänner einen Produktionsanstieg im Vergleich zu Dezember. Darüber hinaus verflacht der Rückgang von Industrieaufträgen von minus 6,8 Prozent im Dezember auf minus 2,3 Prozent im Jänner.

So sehr diese Faktoren im Einzelnen erfreulich sind, lassen sie doch keinen Schluss auf eine Verbesserung der Beschäftigungslage zu. In der Eurozone erwartet die OECD daher für 2009 eine Arbeitslosenquote von 10,1 Prozent und für 2010 von 11,7 Prozent.

G-20 stockt Internationalen Währungsfonds auf

Die EU lief beim Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) am 2. April mit dem Vorschlag, den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verdoppeln, offene Türen ein. Der IWF wird nun von 250 Milliarden Dollar auf 750 Milliarden Dollar sogar verdreifacht. Mit diesem Geld soll Staaten unter die Arme gegriffen werden, die vom Staatsbankrott bedroht sind, oder wichtige Investitionen aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen können. Darunter fallen Länder wie Island, Lettland, Ungarn oder die Ukraine. Diese Maßnahme ist auch für Österreich aufgrund des wirtschaftlichen Engagements in den osteuropäischen Ländern sehr wichtig.

Weitere Weichenstellungen für die Zukunft sollte der Beschäftigungsgipfel am 7. Mai mit sich bringen. Allerdings ist noch unklar, ob es ein echter Gipfel mit Vertretern aller EU-Staaten wird oder nur ein informelles Treffen der EU-Kommission mit Vertretern Tschechiens, Schwedens und Spaniens. In diesen Ländern finden jedenfalls im Vorfeld Workshops statt, die sich mit Fragen des Arbeitsmarktes auseinandersetzen wie etwa effizientere Schulungsmaßnahmen (vor allem für Berufseinsteiger), Verbesserungen der Arbeitsmarkt-Services oder Unterstützung der Mobilität von Arbeitnehmern.