EU hilft kleinen Unternehmen – Monatlicher Bericht zur Beschäftigungslage – Juli 2009

Erstellt am: 14. Juli 2009
Bundespressedienst/imb

Die aktuellen Daten des Monatsberichts der EU-Kommission zeigen ein unverändertes Bild: Die Beschäftigungssituation verschlechtert sich zusehends, allerdings verliert der Abwärtstrend nun im dritten Monat in Folge an Fahrt, weshalb mancherorts die Hoffnung aufkeimt, dass im europäischen Schnitt die Talsohle bald erreicht sei. Mit einer Arbeitslosenrate von 8,9 Prozent im Mai ist der Stand von Mitte 2005 erreicht. Brauchte es drei Jahre, von 2005 bis 2008, um eine relativ niedrige Arbeitslosenrate zu erreichen, wurde diese Entwicklung nun in weniger als einem Jahr wieder rückgängig gemacht. In der EU sind nun 21,3 Millionen Menschen arbeitslos, das ist rund ein Drittel mehr als im Mai 2008. Mit Minikrediten will die EU Kleinunternehmen und Unternehmensgründungen fördern.

Negative Trends verflachen

Branchenbedingt sind weiter vor allem Männer von neuer Arbeitslosigkeit betroffen. Dadurch wurde in den vergangenen Monaten die Kluft zwischen beschäftigungslosen Frauen und Männern zusehends kleiner, bis es schließlich ab April zum ersten Mal mehr arbeitslose Männer als arbeitslose Frauen gab. Diese Entwicklung scheint nun abgeschlossen zu sein: Beide Geschlechter sind nun vom Verlust ihrer Arbeitsstelle in gleichem Ausmaß betroffen.

Unverändert dramatisch bleibt jedoch die Situation für junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 25 Jahren. Mit 19,5 Prozent erreicht der Anteil der Beschäftigungslosen in dieser Bevölkerungsgruppe einen neuen, traurigen Rekord in der EU. Besonders betroffen sind Jugendliche im Baltikum, in Spanien und in Schweden.

In Folge der Krise wurden seit September 2008 EU-weit 640.000 Stellen abgebaut, rund die Hälfte davon betraf die Fertigungsindustrie. Dieser Entwicklung stehen nur 219.000 neugeschaffene Jobs gegenüber. Auch der Finanzsektor bleibt unter Druck: Im Juni wurden rund 8.000 Stellen abgebaut.

Positive Anzeichen mehren sich

Zu den positiven Anzeichen zählt der Wirtschafts-Stimmungsindikator (Economic Sentiment Indicator ESI), der nach einem historischen Tiefststand nun das dritte Monat in Folge ansteigt und zwar auf 71,1 Punkte. Trotz eines ausgesprochen schwierigen Stellenmarktes zeigt sich der Trend, dass Firmen viel daran setzen, erfahrene und gut ausgebildete Fachkräfte zu behalten. Sie sind anders als schlecht ausgebildete Hilfskräfte nur schwer ersetzbar.

Die Bauindustrie konnte - ein weiteres vorsichtig positiv zu wertendes Indiz - im April zum ersten Mal seit neun Monaten ein substanzielles Wachstum verbuchen. Nach einigen schweren Einbrüchen und eher bedeutungslosen Wachstumsraten im Jänner und März wuchs die Branche im April um 0,7 Prozent. Diese Entwicklung wird besonders getragen von Spanien und Polen.

System der Minikredite zur Ankurbelung

Klein- und Mittelunternehmen (KMU) bekommen ebenso wie Unternehmensgründerinnen und Unternehmensgründer derzeit nur schwer Kredite. Dabei machen Unternehmen unter zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit 91 Prozent das Gros der Betriebe in der EU aus. Viele KMU stehen vor dem Problem, dass sie trotz guter Auftragslage keine Kredite für die Vorfinanzierung ihrer Vorhaben erhalten. Auch die Gründerwelle ist ins Stocken geraten, da Banken kaum noch das Risiko eingehen wollen, Jungunternehmen Kredite zu gewähren. Angesichts dessen, dass neue Jobs hauptsächlich in jungen Unternehmen geschaffen werden, ist das nicht gerade eine günstige Voraussetzung.

Hier will die EU-Kommission laut einem neuen Vorschlag mit 100 Millionen Euro Abhilfe schaffen. Dieser Betrag, der in Zusammenarbeit mit Banken auf rund 500 Millionen Euro aufgestockt werden soll, steht ausschließlich kleinen Unternehmen und Gründern in Form von Mini-Krediten mit bis zu 25.000 Euro zur Verfügung. Diese Initiative soll im nächsten Jahr starten.