Stabilisierung auf niedrigem Niveau – Monatlicher Bericht zur Beschäftigungslage – Oktober 2009

Erstellt am 28. September 2009
Bundespressedienst/imb

Der Arbeitsmarkt bleibt in der EU weiterhin kritisch. Im August gab es in der EU rund 21,9 Millionen Arbeitslose, das waren 236.000 mehr als im Monat davor und fünf Millionen mehr als ein Jahr davor. Wie in den Monaten zuvor bereits berichtet sind die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt nicht mehr so drastisch wie in den ersten Monaten dieses Jahres. In vielen Mitgliedstaaten mehren sich die Anzeichen einer Stabilisierung. In Deutschland, Italien, Polen, Slowenien und Finnland bleibt die Arbeitslosenrate bereits stabil und in manchen Ländern wie Österreich, Dänemark, Malta und Portugal konnte im August im Vergleich zum Vormonat sogar ein Sinken der Arbeitslosenzahl verbucht werden. Auf der anderen Seite kämpfen die Länder des Baltikums Lettland, Estland und Litauen ebenso wie Spanien und Frankreich mit hohen Steigerungsraten unter den Beschäftigungslosen.

Die Zuversicht wächst

Der Wirtschafts-Stimmungsindikator (Economic Sentiment Indicator ESI) ist nun bereits seit einem halben Jahr nach dem historischen Tiefststand im Steigen begriffen und hält zurzeit bei 82,6 Punkten. Auch in der Industrie zeigen sich Tendenzen von Erholung. Die ersten Restrukturierungsmaßnahmen beginnen zu greifen und die Auftragslage erholt sich. Mit Ausnahme eines kurzen Rückgangs im Juli steigen die Aufträge seit Mai an – allerdings im Jahresvergleich im Schnitt um 14,8 Prozent tiefer.

Der Composite Leading Indicator der OECD bestätigt ebenfalls eine deutliche Verlangsamung des wirtschaftlichen Niedergangs. Aufgrund der Daten der vier größten EU-Mitgliedstaaten zeigt sich ein baldiges Ende der Krise. Mit der wirtschaftlichen Erholung kann bereits Anfang 2010 gerechnet werden.

Allerdings wird sich diese Erholung erst verzögert auf den Beschäftigungsmarkt niederschlagen. So sind nach wie vor Restrukturierungsmaßnahmen im Gange, die vor allem punktuell für Job-Verluste sorgen. Wie etwa in Frankreich, wo zurzeit über 33.000 Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut werden.

Der Handel im Zick-Zack Kurs

Der Handel konnte sich, von kurzen Einbrüchen im Februar und im Mai abgesehen, die eine markant zackige Kurve ergeben, relativ stabil halten. Der August brachte einen moderaten Rückgang von 0,3 Prozent, wobei der Bereich Nahrung sogar eine Steigerung erfuhr, jedoch den Rückgang im Non-Food-Bereich nicht kompensieren konnte.