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Der Plan hat es in sich: Die Europäische Union erlässt als erste Wirtschaftsregion der Welt strenge gesetzliche Regeln für Bonuszahlungen an Bankmanager und Bankmanagerinnen. Ab 1. Januar 2011 dürfen die Sondervergütungen nicht mehr auf einmal ausbezahlt werden. Nur 30 Prozent der Bonuszahlung sollen sofort, der Rest auf mehrere Jahre verteilt ausbezahlt werden. Damit möchte die EU der oft kurzfristig angelegten Risikokultur im Banken- und Finanzsektor den Kampf ansagen.
08.07.2010Bundespressedienst/swe
Künftig bekommen Bankmanager ihre Boni nicht mehr auf einmal ausbezahlt. (© Europäische Kommission)
Die Europa-Abgeordneten stimmten am 7. Juli über die neue Regelung ab. Am 13. Juli erfolgt der Beschluss im Rat der Finanzminister (ECOFIN). Erfolgreiche Managerinnen und Manager werden künftig nur mehr 30 Prozent ihrer Sondervergütung bar ausbezahlt bekommen, bei besonders hohen Bonuszahlungen liegt die Grenze bei 20 Prozent. Der Rest wird auf eine Dauer von bis zu fünf Jahren verteilt und in Form von Wertpapieren der Bank ausbezahlt. Sollte die Bank mit Verlusten konfrontiert sein, so sieht die Regelung sogar die Rückzahlung der Boni vor. Wenn sich die Banken nicht an die Vorschriften halten, müssen sie mit Geldstrafen und anderen Sanktionen rechnen, die von der Bankenaufsicht verhängt werden können.
Neu ist auch, dass die beiden Gehaltsbestandteile, Fixgehalt und Erfolgsprämien, künftig in einem "angemessenen Verhältnis" zueinander stehen müssen. Was genau darunter zu verstehen ist, können die Banken selbst festlegen. Als Orientierungshilfe dienen einheitliche europäische Leitlinien, die im Auftrag der Europäischen Kommission bis Anfang 2011 vom "Committee of European Banking Supervisors" (CEBS) - dem Komitee der europäischen Bankenaufsichtsbehörden - erarbeitet werden. Das "angemessene Verhältnis" muss von den Banken jedenfalls offen gelegt werden, in Österreich etwa der Österreichischen Nationalbank und der Finanzmarktaufsicht.
Die kurzfristigen Gewinne, mit denen Händler hohe Bonuszahlungen lukrieren konnten, gelten als eine der Ursachen für die gegenwärtige Finanzkrise. Um selbst finanzielle Vorteile in Form von Sondervergütungen zu bekommen, war laut Expertenmeinung ein starker Anreiz für Banker gegeben, hohe Risken einzugehen. Diese Risikokultur soll sich künftig zumindest in Europa ändern – langfristigem Geschäftserfolg soll wieder mehr Gewicht eingeräumt werden. Die neue Regelung soll Managerinnen und Manager in Europa zu nachhaltigerem Denken und Handeln anregen.
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