Wanted: Das "Europäischen Solidaritätskorps" sucht Freiwillige

Registrierung von 18- bis 30-Jährigen läuft, erste Projekte ab Sommer 2017

Teilnehmerin am Europäischen Solidaritätskorps © Europäische Kommission

14.03.2017/SWE

Auslandserfahrungen sammeln, berufliche Qualifikationen erwerben und sich einige Monate lang für die Gesellschaft engagieren: Das sind die Ziele eines neuen Programms der Europäischen Kommission. Mit dem "Europäischen Solidaritätskorps" können junge Menschen im EU-Ausland ein Praktikum absolvieren, einen Job annehmen oder sich bei Projekten freiwillig engagieren – zum Beispiel bei Naturkatastrophen oder in der Flüchtlingshilfe. Seit Start des Programms im Dezember 2016 bis März 2017 haben sich bereits 24 000 Interessierte in einer Online-Datenbank registriert. Im Sommer 2017 starten die ersten Einsätze. Bis Ende 2020 sollen sich 100 000 junge Menschen dem "Europäischen Solidaritätskorps" anschließen.

(Video auf der Seite der EU-Kommission ansehen.)

Hintergrund: Europäische Solidaritätskorps: Wer, wie, wo was?

Wer kann sich für das "Europäische Solidaritätskorps" registrieren?

Interessierte zwischen 17 und 30 Jahren können sich über eine Online-Plattform für das Europäische Solidaritätskorps registrieren. Eine Teilnahme ist allerdings erst ab dem 18. Lebensjahr möglich.

Wie läuft die Bewerbung und Teilnahme ab?

Bei der Registrierung werden die Angaben der Interessierten in der Datenbank des "Europäischen Solidaritätskorps" gespeichert. Interessierte Organisationen können die Online-Datenbank nach geeigneten Freiwilligen, Beschäftigten oder Praktikantinnen und Praktikanten durchsuchen und diese gegebenenfalls für ein Projekt, Praktikum oder einen Job einstellen. Die Registrierung garantierte noch keinen Platz. Die Auswahl erfolgt durch die Organisationen.

Die Einsätze selbst erfolgen in unterschiedlichsten Organisationen, etwa in Nichtregierungsorganisationen, Einrichtungen der Zivilgesellschaft, Unternehmen der Sozialwirtschaft sowie in nationalen, regionalen oder lokalen Behörden.

Das Programm sieht Einsatzmöglichkeiten zwischen 2 und 12 Monaten vor. Die Einsätze finden im eigenen Land oder im Ausland statt (in der Regel in einem der 28 EU-Staaten beziehungsweise in Island, Norwegen, der Türkei, Liechtenstein und Mazedonien).

In welchen Bereichen können sich junge Menschen engagieren?

Teilnehmer am Europäischen Solidaritätskorps © Europäische Kommission

Das "Europäische Solidaritätskorps": Sich für Europa engagieren und berufliche Erfahrungen sammeln (© Europäische Kommission)

Die möglichen Einsatzgebiete und Tätigkeitsbereiche umfassen das Bildungs- und Gesundheitswesen, Projekte zur sozialen Integration, die Unterstützung bei der Bereitstellung von Nahrungsmitteln, die Bau von Unterkünften sowie Initiativen zur Aufnahme, Unterstützung und Integration von Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen. Auch für Umweltschutz oder in der Prävention von Naturkatastrophen können sich Interessierte bewerben.

Das Korps beteiligt sich nicht an Sofortmaßnahmen im akuten Katastrophenfall, etwa bei der Bekämpfung von Waldbränden oder bei Such- und Rettungseinsätzen in Städten. Hierfür werden speziell geschulte Fachkräfte benötigt.

Welche finanzielle Unterstützung erhalten die Teilnehmenden?

Unter dem Schirm des "Europäischen Solidaritätskorps" sind 3 verschiedene Beschäftigungsarten möglich:

  • Freiwilligeneinsatz: Die Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung werden getragen. Zudem erhalten die Teilnehmenden eine kleine Aufwandsentschädigung (keinen Lohn) und sind versichert. Die Teilnehmenden für einen Freiwilligeneinsatz kommen aus den 28 EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, der Türkei oder der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien (Staatsangehörige oder rechtmäßiger Aufenthalt).
  • Praktikum: Die Teilnehmenden absolvieren ein bezahltes Praktikum (gemäß den innerstaatlichen Regelungen). Zudem werden die Reisekosten getragen. Praktikantinnen und Praktikanten kommen aus den 28 EU-Staaten, Norwegen oder Island.
  • Beschäftigung: Teilnehmende an Beschäftigungsprojekten erhalten einen Arbeitsvertrag gemäß den innerstaatlichen Tarifbestimmungen und müssen daraus ihren Unterhalt bestreiten können. In der Regel werden auch die Reisekosten finanziert. Teilnehmende müssen aus den 28 EU-Staaten, Norwegen oder Island kommen.

Bei einigen Projekten können je nach Art und Finanzierung des Projekts zusätzliche oder abweichende Regeln in Bezug auf Alter, Wohnsitz oder Staatsangehörigkeit gelten.

Wie profitieren junge Menschen von der Teilnahme am "Europäischen Solidaritätskorps"?

Durch den Europäischen Solidaritätskorps sollen europäische Werte wie freiwilliges Engagement und Solidarität gestärkt werden. Die Teilnehmenden erwerben jedoch auch Schlüsselqualifikationen für ihre künftige berufliche und persönliche Entwicklung, etwa interkulturelle Kompetenzen oder Sprachkenntnisse. Vor Beginn des Einsatzes werden junge Menschen gegebenenfalls durch Schulungen und Sprachkurse auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Nach Absolvierung des Auslandsaufenthalts erhalten die Teilnehmenden eine Teilnahmebestätigung.

Wie sieht die Finanzierung des "Europäischen Solidaritätskorps" aus?

Organisationen und Behörden, die Interessierte rekrutieren und Plätze zur Verfügung stellen, können EU-Fördermittel aus insgesamt 8 bestehenden EU-Finanzierungsprogrammen beantragen:

  • Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport (Erasmus+)
  • Programm für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI)
  • Programm für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik (LIFE)
  • Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF)
  • Gesundheitsprogramm (HEALTH)
  • Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger"
  • Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
  • Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

Webtipps

Europäisches Solidaritätskorps