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"Brexit" – Vereinigtes Königreich will raus

Referendum: Großbritannien zu 52 Prozent für den Austritt aus der EU

Stimmabgabe bei der Volksabstimmung

24.06.2016/SWE

Es ist ein Ergebnis, das man wohl zu Recht als "historisch" bezeichnen kann: Zum ersten Mal stimmte mit dem Vereinigten Königreich ein EU-Mitgliedstaat am 23. Juni 2016 mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union. Am nächsten Morgen um 7:42 Uhr (Ortszeit) – nach Auszählung der Stimmen in 382 Wahlbezirken – verkündete die britische Wahlkommission das Endergebnis des Referendums über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union.

"Leave" (für den Austritt): 17.410.742 Stimmen (51,9 Prozent)
"Remain" (für den Verbleib): 16.141.241 Stimmen (48,1 Prozent)
Wahlbeteiligung: 72,2 Prozent

Der britische Premierminister David Cameron kündigte kurz danach seinen Rücktritt für Oktober 2016 an. Über die Bedingungen eines Austrittsabkommens wird seine Nachfolgerin, sein Nachfolger mit den anderen 27 EU-Staaten zu verhandeln haben.

Erste Erklärungen der EU-Spitzen

Das Europäische Parlament tritt am 28. Juni 2016 zu einer Sondersitzung zusammen, um über das Ergebnis in Großbritannien zu beraten. Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, erwartet nach dem Referendum für einen Brexit einen schnellen Beginn der "Trennungsverhandlungen" zwischen Großbritannien und der EU. "Wir respektieren dieses Ergebnis. Aber Großbritannien hat entschieden zu gehen."

Der Europäische Rat tritt am 28. und 29. Juni 2016 zu seinem nächsten regulären EU-Gipfel zusammen. Am Rande dieses Gipfels soll es auch ein informelles Treffen der 27 EU-Staats- und Regierungsspitzen geben – ohne Großbritannien. Das kündigte Ratspräsident Donald Tusk am 24. Juni an. Die EU sei auf einen möglichen Austritt Großbritanniens vorbereitet, auch wenn man sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Bis zum Austritt sei das Vereinigte Königreich ein "normales" Mitgliedsland, mit allen Rechten und Pflichten.

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