Inhalt

#EU60: Happy birthday, Europäische Union!

Am 25. März feiert die EU die Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren.

Kampagne zu #EU60 in einer U-Bahn-Station in Rom
Kampagne zu #EU60 in einer U-Bahn-Station in Rom (© European Union, 2017)

22.3.2017/SWE

Kurz gefasst

Mit 3 Verträgen wurden am 25. März 1957 in Rom die Grundlagen für den gemeinsamen Binnenmarkt und für die heutige EU geschaffen. In diesen 60 Jahren wurde beispielsweise der Euro eingeführt und die EU von 6 auf 28 Mitgliedsländer erweitert. Wie geht es weiter, angesichts von "Brexit", Finanz- und Wirtschaftskrise, Migration? In einer "Erklärung von Rom" wollen die EU-Staats- und Regierungsspitzen, darunter Bundeskanzler Christian Kern, am 25. März 2017 Antworten auf die zukünftige Entwicklung der EU geben.

Am 25. März 1957 wurde in Rom das Fundament gelegt, auf dem die heutige Europäische Union gebaut ist. Die Römischen Verträge schufen erstmals einen gemeinsamen Markt, in dem sich innerhalb der 6 Gründungsländer Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital frei bewegen können.

Bundeskanzler Christian Kern bei Treffen in Rom

Eine Festveranstaltung am 25. März 2017 in Rom erinnert an die Geburtsstunde der heutigen EU. Neben den Staats- und Regierungsspitzen der Mitgliedsländer, darunter Bundeskanzler Christian Kern, nehmen auch die Präsidenten der EU-Kommission, des EU-Parlaments, des Europäischen Rates sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der EU-Institutionen teil. Bei einem "March for Europe" ziehen tausende Europäerinnen und Europäer durch Roms Innenstadt.

Die Staats- und Regierungsspitzen werden in einer "Erklärung von Rom" verkünden, wie sie eine gemeinsame und bessere Zukunft Europas gestalten wollen. 5 unterschiedliche Szenarien für dieses Europa der Zukunft hat Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Anfang März 2017 vorgestellt.

Viele Fortschritte, viele Herausforderungen

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 in Rom
Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 in Rom (© European Union, 1992)

Seit dem Jahr 1957 hat sich viel verändert: Die EU kann auf eine der längsten Friedensperioden seiner Geschichte zurückblicken. 19 Staaten haben die Gemeinschaftswährung "Euro" eingeführt. Mit dem – aktuell umstrittenen – Schengener Abkommen wurde die Idee des grenzenlosen Reisens für zahlreiche Länder Wirklichkeit. Die Union ist durch mehrere Erweiterungsrunden von ursprünglich 6 auf 28 Mitgliedsländer angewachsen. Mit dem Vereinigten Königreich hat sich im letzten Jahr 1 Mitgliedsland mehrheitlich für einen Austritt aus der EU ("Brexit") ausgesprochen. Die 4 Grundfreiheiten der EU (freier Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital) und die Abschaffung der Zölle beim Handel zwischen den Mitgliedsländern waren jahrelang Garant für Wohlstand und Stabilität. Die Wirtschafts- und Finanzkrise ab dem Jahr 2008 hat viele dieser Entwicklungen in Frage gestellt und neue Probleme aufgeworfen. Verwerfungen auf den internationalen Finanzmärkten, die Freizügigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die (ungleiche) soziale und wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Europäischen Union sowie Migration und Terrorismus sorgen vielfach für Unsicherheit und offene Fragen bei Europas Bevölkerung.

Logo #EU60

Video auf der Seite der EU-Kommission ansehen.

Hintergrund: Was sind die Römischen Verträge?

Am 25. März 1958 unterzeichneten die 6 EU-Gründungsstaaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande in Rom die sogenannten Römischen Verträge. Vorläufer der neuen Zusammenschlüsse war die im Jahr 1951 gegründete "Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl" (Montanunion).

Video auf der Seite der EU-Kommission ansehen.

Siegel auf den Römischen Verträgen
Siegel auf den Römischen Verträgen (© European Union, 2017)

Die Römischen Verträge traten am 1. Jänner 1958 in Kraft und umfassten

Der Euratom-Vertrag legte gemeinsame Regeln für die zivile Nutzung der Nuklearenergie fest. Ziel des EWG-Vertrags war es, innerhalb von 12 Jahren einen gemeinsamen Markt zu verwirklichen und die Wirtschaftspolitik der damals 6 Mitgliedsländer schrittweise anzunähern. Die 6 Staaten vereinbarten den Aufbau einer Zollunion mit einem gemeinsamen Außenzoll, den Abbau interner Handelshindernisse sowie den freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital. Aus der EWG wurde später die Europäische Gemeinschaft (EG) und dann die Europäische Union (EU). Die Römischen Verträge gelten daher auch als Geburtsdokumente der Europäischen Union.

"(Es geht) zunächst um die feierliche Bekräftigung einer tiefen Solidarität zwischen sechs Völkern, die sich im Lauf der Zeit so oft in gegnerischen Lagern befunden haben, die einander auf Schlachtfeldern gegenüber gestanden haben und die jetzt zusammenwachsen und sich vereinen, im Reichtum ihrer Unterschiedlichkeit, zur Verteidigung des gleichen menschlichen Ideals."
Der belgische Außenminister Paul-Henri Spaak, Vorsitzender der Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung des Vertrags von Rom, am 25. März 1957

Webtipps