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Das Pommes-Frites-Verbot – Und was wirklich dahinter steckt

EU-Verordnung zur Eindämmung des Acrylamid-Gehalts in Lebensmitteln tritt in Kraft

Pommes Frites

Kurz gefasst

Am 11. April 2018 ist es soweit: Die EU-Vorgaben zur Reduktion von Acrylamid in Lebensmitteln tritt in Kraft. Der krebserregende Stoff entsteht vor allem beim Braten und Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln. Von einem Pommes-Frites-"Verbot" kann jedoch nicht die Rede sein. 

Groß war die mediale Aufregung im Sommer 2017 rund um das Thema Pommes-Frites-Verbot. Zur Diskussion kam es, nachdem die EU-Mitgliedstaaten am 19. Juli 2017 einem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt hatten. Das Ziel der Kommissions-Idee: Der Acrylamidgehalt – ein krebserregender Stoff, der unter anderem beim Frittieren entsteht – in Lebensmitteln soll reduziert werden. Manche journalistischen Beobachter warnten vor der Abschaffung der in ganz Europa heiß begehrten Pommes Frites.

Ganz so schlimm kommt es nicht. Wie auch bei anderen EU-Mythen, die allzu schnell durch mangelnde Recherche verbreitet werden – Stichwort Salzstangerl-Verbot – kam es auch bei der "Abschaffung" der Pommes Frites zu einem verfrühten Aufschrei. Wir klären auf.

Acrylamid – was ist das überhaupt?

Der Wirkstoff Acrylamid ist eine Substanz, die beim Braten, Frittieren oder Backen von stärkehaltigen Lebensmitteln wie Erdäpfeln oder Mehl freigesetzt wird. Laut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gilt Acrylamid als krebserregend. Um den giftigen Stoff in Lebensmitteln zu verringern, stimmten im Sommer 2017 die Mitgliedstaaten einem Vorschlag zur Verringerung des Acrylamidgehalts zu. Die Regelung sieht vor, dass ein übermäßiges Frittieren von Pommes Frites zu vermeiden ist und Brot möglichst hell gebacken werden soll.

Laut Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, kann die neue Verordnung nicht nur zur Reduzierung des Gehalts des krebserzeugenden Stoffes im Supermarkt und Gastronomiebetrieben beitragen. Sie soll auch Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren, beim Kochen zu Hause darauf zu achten.

Vytenis Andriukaitis
Vytenis Andriukaitis (© Europäisches Parlament – Fotodatenbank - EP-051494D)

Kritik an zu komplizierten Regelungen

Auch wenn viele die Idee, den Acrylamidgehalt in Nahrungsmitteln zu senken, grundsätzlich als richtig erachten: Kritikerinnen und Kritiker halten die geplante Verordnung für zu detailliert.

Laut der EU-Kommission sollen Gastronomiebetriebe und Nahrungsmittelproduzenten in Zukunft nicht nur auf die Temperatur beim Frittieren von Erdäpfel achten, sondern auch ihre Erdäpfel nicht unter 8 Grad Celsius lagern. Die Vorschrift enthält zudem die Forderung nach bestimmten Erdäpfelsorten, die einen niedrigeren Zuckergehalt haben. Die Gefahr vor Acrylamid würde auch sinken, wenn die Erdäpfelstücke vor dem Frittieren blanchiert oder 30 Minuten eingeweicht werden, um die Stärke auszuspülen. 

Für die Kontrolle vor Ort sind in der Regel die lokalen Lebensmittelüberwachungsämter zuständig. Laut dem Marktamt MA 59, das in Wien für die Kontrolle von Lebensmitteln zuständig ist, wird es in den ersten 2 Monaten keine Bestrafung bei Verstößen gegen die neue EU-Verordnung geben. Gastronomiebetriebe sollen Zeit haben, sich auf die neue Verordnung einzustellen. Zudem soll nicht nur die Farbe der Lebensmittel überprüft werden, sondern zu den Routinekontrollen noch zusätzlich der Acrylamidgehalt gemessen werden.    

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