Die Europäische Zentralbank - Hüterin des stabilen Euros

Stabile Preise und eine niedrige Inflation für die 333 Millionen Menschen in der Eurozone gelten als entscheidend für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, was wiederum den Lebensstandard der Bürgerinnen und Bürger in Europa erhöht. Daher ist das vorrangige Ziel der in Frankfurt ansässigen Europäischen Zentralbank (EZB), die Preisstabilität im Euro-Raum zu erhalten.

Großes Euro-Logo vor dem Gebäude der Euroäischen Zentralbank in Frankfurt.

Von Preisstabilität spricht die EZB, wenn die Verbraucherpreise im Jahr um nicht mehr als zwei Prozent ansteigen. Um für diese Stabilität zu sorgen, legt die EZB die Zinssätze fest, zu denen sich die Geschäftsbanken Geld leihen. Das hat Auswirkungen auf den Preis und die Menge des im Wirtschaftssystem im Umlauf befindlichen Geldes – und somit auf die Inflationsrate. Sind beispielsweise große Geldmengen in Umlauf, weil das Geld billig – also zu niedrigen Zinsen – zu haben ist, so kann die Inflationsrate der Verbraucherpreise steigen, wodurch sich Waren und Dienstleistungen verteuern. Als Reaktion kann die EZB die Kosten für Finanzierungen erhöhen, indem sie den Zinssatz für ihre Darlehen an Geschäftsbanken anhebt. Dies verringert die im Umlauf befindliche Geldmenge und führt zu einem geringeren Preisdruck. Soll die Wirtschaftstätigkeit hingegen angeregt werden, so kann die EZB ihren Zinssatz senken und so Geld billig machen, um Kreditvergaben und Investitionen zu fördern.

So funktioniert die EZB

Die Europäische Zentralbank ist ein Organ der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU), der alle EU-Mitgliedstaaten angehören. Der Beitritt zum Euroraum und die Übernahme der gemeinsamen Währung, des Euros, stellt die letzte Phase der WWU dar. Derzeit sind 18 EU-Staaten Mitglieder des Euroraums. Einige bereiten ihre Wirtschaft noch auf einen Beitritt vor, andere haben sich vorläufig gegen eine Beteiligung entschieden. Die EZB steht im Zentrum des Europäischen Systems der Zentralbanken, in dem die EZB und die nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten.

Der Aufbau der EZB spiegelt diese Situation in ihren drei Hauptgremien wider:

  • Der Erweiterte Rat des Europäischen Systems der Zentralbanken setzt sich aus den Präsidenten der 28 nationalen Zentralbanken sowie dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB zusammen.
  • Das Direktorium der EZB besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern, die vom Europäischen Rat mit qualifizierter Mehrheit für eine Amtszeit von acht Jahren ernannt werden. Das Direktorium ist für die Durchführung der Währungspolitik zuständig, führt die Tagesgeschäfte der Bank, bereitet die Sitzungen des EZB-Rates vor und übt bestimmte, vom EZB-Rat erteilte Befugnisse aus.
  • Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB-Rat) besteht aus den sechs Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 18 Mitglieder des Euroraums: Diese bilden zusammen das Euro-System. Der EZB-Rat ist das höchste Entscheidungsgremium der EZB und tritt zweimal im Monat zusammen. Grundsätzlich beurteilt der EZB-Rat auf seiner ersten monatlichen Sitzung die wirtschafts- und währungspolitischen Entwicklungen und trifft seine monatlichen währungspolitischen Entscheidungen. Auf seiner zweiten Sitzung erörtert der EZB-Rat vor allem Fragen im Zusammenhang mit anderen Aufgaben und Zuständigkeiten der EZB.
  • Aufgabe: Währungspolitik im Euroraum mit Ziel eines starken Euros
  • Mitglieder: die Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten im Euroraum
  • Sitz: Frankfurt am Main, Deutschland

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