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Wien buhlt um 2 EU-Agenturen

Österreichische Bundeshauptstadt für den Standort der Europäische Bankenaufsicht attraktiv

9.8.2017/RKL
Aktualisiert: 3.10.2017/TMI

Kurz gefasst

Insgesamt 23 Kandidaten gibt es für die nach dem EU-Austritt Großbritanniens umzusiedelnde Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und Europäische Bankenaufsicht (EBA), einer davon ist die österreichische Bundeshauptstadt. Am 1. August 2017 war Bewerbungsschluss.

Update: Am 30. September 2017 veröffentlichte die EU-Kommission eine detaillierte Bewertung der Bewerbungen um die künftigen Standorte der EMA und EBA. Die Attraktivität Wiens wird besonders für den Standort der EBA betont. Ein klares Ranking geht aus der Bewertung der EU-Kommission nicht hervor. Die politische Diskussion wird im Oktober 2017 im Rat für "Allgemeine Angelegenheiten" weitergeführt. Zu einer Abstimmung kommt es im November 2017. 

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die Europäische Bankenaufsicht (EBA), beide derzeit in London ansässig, sollen nach dem "Brexit" in ein verbleibendes EU-Land umgesiedelt werden. 30 Seiten umfasst die Bewerbung Österreichs, mit der sich Wien als neuer Standort behaupten will.

Der heimische Arbeitsmarkt und die heimische Wirtschaft würden von einer EMA-Ansiedelung profitieren. Nicht zuletzt schaffe sie direkt und indirekt rund 2 000 Jobs und würde das österreichische Bruttoinlandsprodukt innerhalb von 5 Jahren um 1 Milliarde Euro steigern, wie aus einer Analyse des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag des österreichischen Finanzministeriums hervorgeht.

Was sind Wiens Vorteile?

Pamela Rendi-Wagner und Christian Kern
Pamela Rendi-Wagner und Christian Kern (© BKA/Andreas Wenzel)

Die Bundesregierung ist von den Qualitäten der österreichischen Bundeshauptstadt überzeugt. Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner erklärte: "Wien bietet hohe Lebensqualität für EMA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat daher beste Chancen für den EMA-Hauptsitz". Bundeskanzler Christian Kern ergänzte: "Mit einer exzellenten Infrastruktur, einer ausgezeichnete Drehscheibenfunktion in Europa und einer starken Life-Science- und Pharmaindustrie sind wir für die EMA bestens geeignet".

Um den neuen EMA-Hauptsitz haben sich neben der österreichischen Bundeshauptstadt außerdem beworgen: Amsterdam, Athen, Barcelona, Bonn, Bratislava, Brüssel, Bukarest, Kopenhagen, Dublin, Helsinki, Lille, Mailand, Porto, Sofia, Stockholm, Valletta, Warschau und Zagreb.

Entscheidungsverfahren zur Verlegung von EBA und EMA
Entscheidungsverfahren zur Verlegung von EBA und EMA (© Europäischer Rat)

Suche nach der passenden Immobilie

Mindestens 26 500 Quadratmeter groß muss das neue EMA-Hauptquartier sein. Das ist die Vorgabe der EU-Kommission. In Wien kämen dafür vor allem 3 Immobilien in die nähere Auswahl: Der "Austria Campus" der Signa Holding beim Praterstern, das Projekt "Vie" der CA Immo an der Erdberger Lände sowie das Holz-Hochhaus "HoHo" samt dem direkt daneben geplanten Seeparkcampus Ost in der Seestadt Aspern, ein Projekt der Kerbler Holding. Fällt die endgültige Entscheidung im Herbst auf Wien, wird das neue EMA-Gebäude von der Bundesregierung angemietet und der Organisation für 25 Jahre zum symbolischen Wert von 1 Euro pro Jahr überlassen.

Damit zählt Wien europaweit zu den günstigsten Wettbewerbern um den EMA-Standort.

Wien auch möglicher EBA-Standort

Neben der Bewerbung um die Europäische Arzneimittelagentur, die von österreichischer Seite viel intensiver betrieben wird, ist Wien auch Kandidat für den künftigen Hauptsitz der ebenfalls noch in London ansässigen Europäischen Bankenaufsicht. Laut ersten Spekulationen des deutschen "Handelsblatt" liegt Wien um den künftigen Standort der EBA gut im Rennen

Webtipps

Siehe auch

Nach "Brexit": Kampf um neuen Sitz der EU-Arzneimittelagentur