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EU-Förderung für Obst, Gemüse und Milch an Schulen

Die EU startet mit einer Initiative zur Förderung von gesunder Ernährung ins neue Schuljahr

Obst

7.8.2017/TMI

Kurz gefasst

Mit einem erneuerten Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch möchte die EU-Kommission die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen weiter fördern. Seit 1. August 2017 stehen den EU-Mitgliedstaaten 250 Millionen Euro zur Verfügung. Neben der gesunden Ernährung, werden dadurch aber auch regionale Landwirtinnen und Landwirte gefördert. In Österreich können sich interessierte Schulen und Kindergärten über die Agrarmarkt Austria (AMA) mit den Lieferanten in Verbindung setzen.

Ein paar Wochen vor dem Ende der Sommerferien gibt die EU-Kommission grünes Licht für ein erneuertes Schulobst-, -gemüse- und -milchprogramm. Seit 1. August 2017 können sich alle EU-Mitgliedstaaten für Fördergelder zur Unterstützung von gesunder Ernährung in Schulen bewerben.

Neben der Verteilung von Obst, Gemüse und Milcherzeugnissen beinhaltet das Programm auch spezielle Bildungsprogramme, die Schülerinnen und Schülern die Herstellung von Nahrungsmitteln erläutern sollen. Den Kindern und Jugendlichen soll die Bedeutung von gesunder Ernährung stärker bewusst werden. Im vergangenen Schuljahr haben rund 20 Millionen Kinder vom Milchprogramm und etwa 11,7 Millionen Kinder vom Obst- und Gemüseprogramm der EU profitiert.

Insgesamt 250 Millionen Euro stellt die EU für Milch, Obst und Gemüse an Europas Schulen zur Verfügung. Erstmals werden die 150 Millionen Euro für Obst und Gemüse sowie 100 Millionen Euro für Milchprodukte in einem einheitlichen Förderprogramm zusammengeführt. Die Ernährungsinitiative gibt es schon seit dem Schuljahr 2009/2010, wobei zu dieser Zeit die Verteilung von Obst und Gemüse noch separat zu dem Schulmilchprogramm durchgeführt wurde. Das neue Programm soll einfacher zu verwalten sein und wird durch zusätzliche Maßnahmen im Gesundheits- und Bildungsbereich ergänzt.

Die Teilnahme an der Initiative ist für alle Mitgliedstaaten freiwillig, jedoch haben sich bereits jetzt alle 28 Länder dazu bereit erklärt, im Schuljahr 2017/2018 an der Initiative teilzunehmen.

Doch wie funktioniert das Programm in Österreich?

Äpfel - ein regionales Produkt
Äpfel - ein regionales Produkt (© Europäisches Parlament)

In Österreich ist die AgrarMarkt Austria (AMA), als Körperschaft des öffentlichen Rechts für die Koordination des Programmes zuständig. Sie bemüht sich vor allem um Kontakte zwischen Schulen und Lieferanten. Für das Verteilungsprogramm zugelassen sind nur regionale und saisonale Produkte, die ohne weitere Zubereitung verzehrt werden können. Die EU-Förderung beträgt 75 Prozent der Netto-Produktkosten. Die restlichen 25 Prozent des Preises sowie die Umsatzsteuern müssen aus eigenen Mitteln – durch die Schülerinnen und Schüler, Eltern oder private Sponsoren – aufgebracht werden. Für Österreich stehen für das kommende Schuljahr 2017/2018 knapp 3 Millionen Euro für Gemüse und Obst sowie 1,3 Millionen Euro für Milchprodukte zur Verfügung. Noch 2015 betrugen die EU-Fördermittel für diesen Bereich nur 1,8 Millionen Euro. In Österreich nahmen damals insgesamt 2.689 Schulen und Kindergärten teil, davon nutzten die Schulaktion hauptsächlich Volksschulen und Kindergärten. Etwa 40 Prozent der bisher verteilten Produkte stammen aus biologischer Produktion. Die am häufigsten gelieferten Produkte sind mit Abstand Äpfel.

Neben gesunder Ernährung auch Förderung heimischer Landwirtschaft

Auch wenn das Hauptziel der Initiative die Verteilung von frischem Obst, Gemüse und Trinkmilch ist: Zusätzlich können verarbeitete Erzeugnisse - wie Suppen, Säfte oder Joghurt – in das Programm mitaufgenommen werden. Diese müssen jedoch von der nationalen Gesundheitsbehörde zuvor genehmigt werden. Wichtig hierbei: Zusätze von Zucker, Salz oder Fett sind nur in sehr begrenzen Mengen erlaubt.

Doch welches Ziel verfolgt das Programm der Kommission? Im Vordergrund steht vor allem, dass Kinder und Jugendliche vermehrt gesunde Milchprodukte sowie Obst und Gemüse zu sich nehmen sollen. Besonders im Kleinkindalter – in einer Phase, in der Essgewohnheiten sehr stark geprägt werden – kann durch die geschickte Verteilung der Lebensmittel in Schulen die Ernährung der Kinder nachhaltig beeinflusst werden.

Wie genau die Mitgliedstaaten das Programm umsetzen bleibt ganz ihnen überlassen. Den Ländern steht es frei, das Programm durch thematische pädagogische Maßnahmen zu ergänzen. Zudem gibt es die Möglichkeit, die einzelstaatlichen Beihilfen durch einen eigenen Beitrag aufzustocken und auszuweiten.

Phil Hogan, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
Phil Hogan, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (© Europäisches Parlament)

Der EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Phil Hogan, unterstrich in einer Presseaussendung zum Inkrafttreten der Aktion auch die Bedeutung des Programmes für die europäische Landwirtschaft. "In den letzten Jahren hat diese Art der Förderung für die Landwirtinnen und Landwirte an Bedeutung gewonnen, zumal das neue Programm finanziell aufgestockt werden konnte", so der EU-Kommissar.

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