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Fipronil-Skandal: Informationen zu belasteten Eiern in der EU und Österreich

Mit Fipronil versehene Eier stellen derzeit keine ernste Gefahr für die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher dar. Im österreichischen Großhandel wurden bis dato belastete Eier gefunden, im Einzelhandel nicht. 

Eier

18.08.2017/DTH

Kurz gefasst

Bisher (Stand 18. August 2017) wurden in 16 Ländern der EU Fipronil-belastete Eier entdeckt. Auch Eiprodukte im österreichischen Großhandel, die aus dem Ausland importiert wurden, sind betroffen. Dazu zählen unter anderem Flüssig-Eier, Trocken-Eier oder gekochte Eier. Für Erwachsene sind bis zu sieben belastete Eier am Tag tolerierbar, für Kinder mit zehn Kilogramm Körpergewicht ein Ei am Tag. Bei Fragen steht eine Info-Hotline der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) täglich 24 Stunden unter der Nummer 050 555 555 zur Verfügung.

Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand (18. August 2017) wurden in 16 EU-Mitgliedstaaten Fipronil-belastete Eier entdeckt. Die EU-Kommission wird daher am 26. September mit Vertreterinnen und Vertretern aller Mitgliedsländer über die Konsequenzen dieses Vorfalls beraten. Angedacht sind eine verbesserte Koordination der Behörden und eine Optimierung des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel (RASFF).

Was ist Fipronil und wie gefährlich ist es für die Menschen?

Fipronil ist ein sogenanntes Breitspektrum-Insektizid, das unter anderem in Tierarzneimitteln zur Anwendung kommt. Bei Lebensmittel liefernden Tieren ist der Einsatz Fipronil-haltiger Arzneimittel allerdings in der gesamten EU untersagt. In Österreich gibt es noch striktere Regelungen. Hierzulande ist auch verboten, Fipronil als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft, etwa bei Kartoffeln, einzusetzen.  

Nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF) ist Fipronil weder krebserregend noch erbgutschädigend. Darüber hinaus verursacht der Stoff keine allergischen Hautreaktionen und ist auch nicht als haut- oder augenreizend eingestuft. Allerdings kann Fipronil bei Menschen nervenschädigend wirken und in höheren Dosen zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Lähmungserscheinungen führen. 

Eier in Verpackung
Derzeit keine ernste gesundheitliche Gefahr für die Österreicherinnen und Österreicher.

Derzeit keine gesundheitlichen Risiken beim Verzehr von Eiern und Geflügelfleisch

Dem Gesundheitsministerium zufolge brauchen sich Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich derzeit keine Sorgen beim Verzehr von österreichischem Geflügelfleisch und österreichischen Frischeiern machen. Bei den belasteten Eiern, die bisher in den Niederlanden und Deutschland gefunden worden sind, ist mit keinen gesundheitlichen Folgen für Menschen zu rechnen. Ausgehend von dem Ei mit dem höchsten gemessenen Fipronil-Wert wäre eine Aufnahmemenge von sieben Eiern pro Tag für Erwachsene und einem Ei pro Tag für Kinder mit zehn Kilogramm Körpergewicht tolerierbar. Die Behörden vernichten jedoch alle Fipronil-haltigen Eier, da es sich hierbei um eine illegale Anwendung eines nicht erlaubten Mittels handelt.

Belastete Eier derzeit nur im Großhandel gefunden, aber nicht im Einzelhandel

Im österreichischen Großhandel wurde bisher (Stand: 16.8.2017) in 21 von 125 Proben Fipronil nachgewiesen. Bei den Produkten handelt es sich um Eiprodukte aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Belgien. Im österreichischen Einzelhandel konnte bis dato keine Fipronil-Belastung nachgewiesen werden.

Die Lebensmittelbehörden der EU-Länder stehen in engem Kontakt mit dem Europäischen Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) und werden so über die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen rasch informiert.   

Informations-Hotline zu Fragen rund um Fipronil

Bei weiteren Fragen steht die Info-Hotline der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter der Nummer 050 555 555 rund um die Uhr zur Verfügung.

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