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Läuft bei dir, EU! Die Europäische Union im Vertrauenshoch

Gute Nachrichten aus der jüngsten „Eurobarometer-Umfrage“! Das Vertrauen in die EU, ihre Währung und ihre Wirtschaft wächst so stark wie schon lange nicht.

Motivbild: Menschen mit EU-Fahnen

16.08.2017/DTH

Kurz gefasst: 

In Zeiten des "Brexit" und weltpolitischer Spannungen steigt das Vertrauen der Menschen in die EU, den Euro und die Wirtschaft der Mitgliedstaaten. Das zunehmend positive Bild reicht sogar über die Grenzen Europas hinaus bis nach Brasilien, Indien und China, wo die EU sich über Zustimmungsraten von bis zu 94 Prozent freuen kann. Bei den Bürgerinnen und Bürgern nahegelegener Staaten wie Russland, Türkei oder Schweiz trifft die EU allerdings auf gemischte Gefühle.

Während im Herbst der vergangenen zwei Jahre das Vertrauen in die Union noch bei 32 Prozent (2015) und 36 Prozent (2016) gelegen ist, verzeichnet die aktuellste "Eurobarometer"-Umfrage der EU-Kommission in diesem Jahr einen Anstieg auf 42 Prozent. Über die Zukunft der EU äußert sich sogar mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) in den 28 EU-Ländern optimistisch. 40 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben ein positives Bild von der EU im Allgemeinen und in 24 der 28 EU-Mitgliedstaaten verbreitet sich dieses positive Bild auch zunehmend. Das positive Image der EU bei den Österreicherinnen und Österreichern liegt mit 35 Prozent etwas unter dem EU-Durchschnitt (40 Prozent). Im Vergleich zum August des Vorjahres ist das aber ein Anstieg um sieben Prozent.

Bemerkenswert ist, dass sich 73 Prozent der Befragten hierzulande als Bürgerinnen und Bürger der EU sehen. Österreich liegt in dieser Frage über dem EU-Durchschnitt von 68 Prozent. EU-weit sind 68 Prozent bereits der höchste Wert, der je für diese Kategorie in einer „Eurobarometer“-Umfrage gemessen worden ist.  

Die EU von außen betrachtet

Während die „Standard-Eurobarometer“-Umfrage vom 20. bis 30. Mai 2017  insgesamt 33.180 Menschen in allen EU-Staaten und Kandidatenländern befragt hat (1.000 davon in Österreich), wurde mit der „Flash-Eurobarometer“-Umfrage 2017 zum ersten Mal auch die Sicht der Menschen außerhalb der EU erhoben. Von den mehr als 11.000 Befragten in elf ausgewählten Nicht-EU-Ländern hat die Mehrheit eine positive Meinung von der EU. In den drei bevölkerungsreichsten Staaten der Umfrage – China, Indien und die USA – haben mindestens drei Viertel eine positive Meinung. An der Spitze liegen allerdings drei der fünf so genannten BRICS-Staaten, nämlich Brasilien mit 94 Prozent Zustimmung, gefolgt von China mit 84 Prozent und Indien mit 83 Prozent. "BRICS" steht für die Vereinigung aufstrebender Volkswirtschaften und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der fünf Mitgliedstaaten auf Englisch – Brazil, Russia, India, China und South Africa – zusammen. Im Gegensatz dazu kommen aus den Ländern, die sich in unmittelbarer Nähe zur EU befinden (Türkei, Russland, Norwegen und Schweiz), am wenigsten positive Rückmeldungen.

Internationale Studenten verbringen zusammen Zeit

Die EU – ein "Ort der Stabilität in einer unruhigen Welt"?

Grundsätzlich wird die EU in den meisten Drittländern als „Ort der Stabilität in einer unruhigen Welt“ gesehen, allerdings hat die geografische Nähe auch hier einen Einfluss auf die Ansicht der Menschen. Während in Indien 82 Prozent die EU als Ort der Stabilität sehen, sind es in der Türkei nur 49 Prozent und in Russland nur 33 Prozent, wo 61 Prozent der Befragten sogar gegenteiliger Auffassung sind.

Zufriedenheit mit Wirtschaft und Euro

Mit 46 Prozent stuft nahezu die Hälfte der Europäerinnen und Europäer die aktuelle wirtschaftliche Lage ihres Landes als „gut“ ein. Das ist eine Steigerung von fünf Prozent seit Herbst 2016 und von 20 Prozent seit Frühjahr 2013.  In Österreich liegt dieser Wert über dem Durchschnitt bei 68 Prozent. Das ist ein Anstieg von neun Prozent seit August 2016. Obwohl es nach wie vor große Unterschiede zwischen den EU-Volkswirtschaften gibt, gewinnt in 22 von 28 Mitgliedstaaten die zuversichtliche Einschätzung der eigenen Wirtschaftslage an Boden. Vor allem in Finnland (59 Prozent, +19 Punkte), Portugal (33 Prozent, +18 Punkte), Belgien (60 Prozent, +11 Punkte) und Ungarn (41 Prozent, +11 Punkte) ist das der Fall.

Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten im Euroraum unterstützen den Euro, was den höchsten Zustimmungswert seit Herbst 2004 darstellt. In sechs Ländern (Slowakei, Deutschland, Estland, Irland, Slowenien und Luxemburg) liegt diese Zustimmung sogar bei 80 Prozent.

Terrorismus und Zuwanderung als Top-Herausforderungen für die EU

Neben den guten Ergebnissen für die EU hat das „Eurobarometer“ auch die Probleme erhoben, die den Menschen in der Union Sorgen bereiten. Nach Auffassung von 44 Prozent der Befragten rangiert der Terrorismus derzeit auf dem ersten Platz der Herausforderungen, mit denen sich die EU in Zukunft auseinandersetzen wird müssen. Während im Herbst 2016 der Terrorismus nur in einem Land als das drängendstes Problem eingestuft worden ist, ist das mittlerweile in 21 Mitgliedstaaten der Fall. Als zweithäufigstes Problem nennen 38 Prozent die Zuwanderung. In Österreich ist es genau umgekehrt. Hierzulande rangiert mit 34 Prozent die Zuwanderung auf dem ersten Platz und der Terrorismus mit 31 Prozent auf dem zweiten Platz der Herausforderungen.

Weit abgeschlagen auf dem dritten Platz kommt EU-weit die Wirtschaftslage (18 Prozent), gefolgt von den öffentlichen Finanzen der einzelnen EU-Länder (17 Prozent) sowie die Arbeitslosigkeit (15 Prozent).

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