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LUX-Filmpreis: EU-Parlament wählt Gewinnerfilm

"Sameblod" von Amanda Kernell erhält den diesjährigen Filmpreis der EU.

14.11.2017/NTU 

Kurz gefasst

Am 14. November 2017 zeichneten die EU-Abgeordneten den besten europäischen Film aus: Die Gewinnerin des LUX-Filmpreises 2017 ist Amanda Kernell und ihr Film "Sameblod" (Sámi blood). Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Samin, einer Angehörigen der nordeuropäischen "Urbevölkerung", im Schweden der 1930er-Jahre. Der LUX-Filmpreis wird seit 2007 alljährlich vom Europäischen Parlament vergeben.

Lene Cecilia, Mia Erika © European Union
Hauptdarstellerinnen in "Sameblod": Lene Cecilia, Mia Erika © European Union

Elle Marjas Familie züchtet im Norden Schwedens Rentiere und lebt, wie alle Samen, im Einklang mit der Natur. Nachdem sie wiederholt das Opfer von Erniedrigungen und Beschimpfungen wird, beschließt sie, ihre kulturelle Identität zu verleugnen und mit falschem Namen ein neues Leben zu beginnen. Erst als alte Frau kehrt sie in ihre Heimatregion zurück und stellt sich ihrer Vergangenheit. Der Siegerfilm des diesjährigen LUX-Filmpreises "Sameblod" (Sámi blood) handelt vom Rassismus gegenüber der indigenen Minderheit in Skandinavien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

Das Erstlingswerk von Amanda Kernell gewann das Rennen um den EU-Filmpreis gegen 2 weitere überaus spannende Finalisten-Filme. Der französische Beitrag "120 BPM" (120 Beats Per Minute) von Robin Campillo stellt die Konflikte und Hoffnungen einer Gruppe junger Aids-Aktivistinnen und -Aktivisten Anfang der 90er-Jahre in Paris dar. Im Mittelpunkt des Films "Western" der deutschen Jungregisseurin Valeska Grisebach stehen die Erlebnisse und kulturellen Missverständnisse zwischen einer Gruppe deutscher Bauarbeiter in der bulgarisch-griechischen Grenzregion und der örtlichen Dorfgemeinschaft. 

Auswahl-Prozess und Filmförderung: EU kooperiert mit Filmbranche

LUX 2017: Präsentation der nominierten Film © European Union
LUX 2017: Präsentation der nominierten Film © European Union

Seit bereits 10 Jahren vergibt das Europäische Parlament jedes Jahr den LUX-Filmpreis. Damit will die EU die Verbreitung europäischer Filme fördern und Diskussionen über gesellschaftlich wichtige Fragen anregen. In Straßburg überreichten die Abgeordneten des EU-Parlaments am 14. November den diesjährigen Preis an die Hauptdarstellerinnen des Schwedisch-Norwegisch-Dänischen Gewinnerfilms.

Aus über 70 Bewerbungen wählte eine Jury europäischer Filmexpertinnen und –experten bereits im Juli 10 Filme aus. Die 3 Filme, die schließlich den Wettbewerb um den LUX-Filmpreis bestreiten, erhalten besondere Förderung: Das EU-Parlament übernimmt die Übersetzung der Untertitel in die 24 EU-Amtssprachen und unterstützt die Projektion bei den LUX-Filmtagen in den 28 Mitgliedstaaten. Der Gewinnerfilm wird weiter gefördert und für Hör- beziehungsweise Sehgeschädigte adaptiert.

Während der LUX-Filmtage Anfang November, bei denen die Finalisten-Filme in europäischen Kinos gratis gezeigt wurden, konnten Zuseherinnen und Zuseher die 3 Filme zusätzlich bewerten. Der Gewinner-Film des LUX-Publikumspreises 2017 (Audience Mention) wird am 1. Juli 2018 beim Karlovy Vary International Film Festival in Tschechien bekannt gegeben.

Das Europäische Parlament arbeitet beim LUX-Filmpreis eng mit der europäischen Filmbranche zusammen. Mit der Vergabe des Preises will das EU-Parlament die Bekanntheit von hochwertigen europäischen Filmen in der EU stärken und den Verleih von europäischen Filmproduktionen erleichtern. Der LUX-Filmpreis ist Partner zahlreicher Filmfestivals in den Mitgliedstaaten, so auch des Vienna International Filmfestivals, der Viennale. Ein weiteres wichtiges Ziel des Preises ist es, bei der Bevölkerung Diskussionen über europäische Werte sowie den interkulturellen Dialog anzuregen.

Kino und Bildung: Förderung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt

LUX-Trophäe © European Union

Der LUX-Filmpreis wurde 2007 vom Europäischen Parlament ins Leben gerufen, um sich "aktiv für die Förderung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt einzusetzen, wie es in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union vorgesehen ist". Wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Filme ist, dass sie mehr als "nur" Unterhaltung bieten. Die Bewerber-Filme sollen die Diversität europäischer Traditionen darstellen, den europäischen Integrationsprozess thematisieren und den Aufbau Europas beleuchten.

"Kino hilft uns, das Leben unserer Mitmenschen zu verstehen." Unter diesem Motto laden die Filme zur Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und der eigenen Identität ein. Stereotype und Vorurteile können durch die gemeinsame Sprache der Emotionen, die diese Filme in uns hervorrufen, abgebaut werden. Für die Verwendung im Unterricht stellt das Europäische Parlament auch Bildungspakete der 3 Wettbewerbsfilme zur Verfügung.

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