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Österreich wird zum Zentrum der europäischen Kultur

Nach Graz 2003 und Linz 2009 ist es 2024 wieder soweit: Österreich stellt die Europäische Kulturhauptstadt.

9.6.2017/TMI

Kurz gefasst

Logo Kulturhauptstadt 2024

2024 stellt Österreich die Europäische Kulturhauptstadt. Bis 31. Dezember 2018 können sich österreichische Städte mit konkreten Kulturprojekten bewerben. 2017 haben den Titel die dänische Stadt Aarhus und das zyprische Paphos inne. Übergeordnetes Ziel der Initiative ist es, die Vielfalt des kulturellen Erbes in Europa sichtbar(er) zu machen.

Seit 1985 verleiht die EU Jahr jährlich den Titel "Kulturhauptstadt Europas" - seit 2011 an jeweils 1 Stadt in 2 Mitgliedsländern. In einer Zeit, in der Medien oft über eine Sinnkrise der EU berichten, scheint das Projekt umso wichtiger. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, gemeinsame Werte zu betonen und Besonderheiten einzelner Städte hervorzuheben.

"Jede Stadt, die zur europäischen Kulturhauptstadt ernannt wurde und zukünftig wird, steht für die unglaubliche Vielfalt Europas. Diese Städte symbolisieren sowohl die Geschichte der jeweiligen Region als auch den kulturellen Reichtum Europas", sagte Kulturminister Thomas Drozda zum Start der Ausschreibung. Alle interessierten österreichischen Städte können sich mit konkreten Kulturprojekten bis 31. Dezember 2018 bewerben.

Zeitplan für die österreichische Bewerbung

  • 9. Juni 2017: Veröffentlichung der Ausschreibung
  • 31. Dezember 2018: Einreichfrist
  • Februar 2019: Shortlist der EU-Jury
  • Dezember 2019: Auswahl der EU-Jury und Ernennung
  • 2020-2023: Monitoring der Vorbereitungen
  • 2024: Kulturhauptstadt-Jahr in Österreich

Aktuelle Kulturhauptstädte 2017: Aarhus und Paphos

Mit Aarhus (Dänemark) und Paphos (Zypern) als Europas Kulturhauptstädte 2017 haben 2 äußerst unterschiedliche Länder die Möglichkeit, ihr kulturelles Erbe zu präsentieren.

Theater von Aarhus
Aarhus - Europäische Kulturhauptstadt 2017 (© aarhus2017.dk)

Die von den Wikingern gegründete zweitgrößte Stadt Dänemarks Aarhus befindet sich in einem wirtschaftlichen Aufschwung. Sie setzt im Jahr 2017 ganz auf Innovation. Mit dem Thema "Let’s Rethink" möchte Aarhus nachhaltige Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen finden. Angefangen vom Klimawandel bis hin zu sozialen Problemen begleitet alle kulturellen Projekte die Frage: Wie kann Kunst die Welt verändern?

Tanzaufführung in Paphos
Paphos - Europäische Kulturhauptstadt 2017 (© pafos2017.eu)

Während Dänemark mit viel Geld und einem innovativen Programm versucht, ein internationales Publikum nach Aarhus zu locken, geht Paphos einen anderen Weg. Da Zypern durch die Folgen der internationalen Finanzkrise noch immer ein schmales Budget hat, setzt Paphos vor allem auf sein antikes Erbe. Unter dem Motto "Open Air Factory" versprühen Konzerte und Ausstellungen in Ruinen der griechischen Antike und in römischen Villen ein neuer Charme der Bescheidenheit.

EU-Kulturhauptstädte: Rechtsgrundlage und Auswahlverfahren

Die sogenannte Europäische Kulturhauptstadt wurde im Jahr 1985 auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen und blickt nun bereits auf eine 30-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Ziel dieser EU-Initiative ist es, das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger füreinander zu verbessern sowie den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Kulturen aufzuzeigen. Die Kulturhauptstädte sind Botschafter eines gemeinsamen, toleranten und offenen Europas, so die Grundidee der Initiative.

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Gemäß dem EU-Beschluss 445/2014/EU teilen sich jährlich zwei Städte aus den EU-Mitgliedstaaten den Titel nach einer festgelegten Länderreihenfolge. Um nicht das gesamte kulturelle Erbe des Kontinents aus den Augen zu verlieren, wird es ab dem Jahr 2021 auch für EU-Beitrittsländer möglich sein, die Kulturhauptstadt zu stellen. Ab 2024 können sich dann auch alle drei Jahre Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) bewerben.

Eine hochqualifizierte EU-Jury und zwei nationale Expertinnen und Experten begleiten das zweistufige Auswahlverfahren. Beginnend mit einer nationalen Ausschreibung wird zunächst eine engere Auswahl der Bewerberstädte erstellt. Diese Städte haben dann 9 Monate Zeit, ihre Konzepte zu konkretisieren. Damit die Vorbereitungen rechtzeitig anlaufen können, erfolgt die endgültige Auswahl durch die Jury bereits vier Jahre im Voraus. Als Würdigung an die Initiatorin wird eine EU-Förderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro pro Stadt als "Melina Mercouri Preis" vergeben.

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