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Staatsbürgerschaft in Europa

Die Verleihung der Staatsbürgerschaft wird in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich gehandhabt. Hier ein Überblick.

Die Eu hat derzeit rund 500 Millionen Einwohner.
Die Eu hat derzeit rund 500 Millionen Einwohner. (© European Commission)

Wie geht Europa mit der Verleihung von Staatsbürgerschaften um? Die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik hat einen Überblick erstellt, welche rechtlichen Grundlagen in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten bestehen. Grundsätzlich existieren zwei unterschiedliche Denkschulen:

  • "Geburtsortsprinzip" (ius soli): Ein Staat verleiht seine Staatsbürgerschaft an alle Kinder, die auf seinem Staatsgebiet geboren werden. In den EU-Ländern, die das "ius soli" anwenden – derzeit sind das zehn Staaten in Europa - ist es stets auch an zusätzliche Bedingungen geknüpft. In einigen Ländern gilt auch das doppelte ius soli: Ein Staat verleiht seine Staatsbürgerschaft an jene Kinder, wenn zumindest ein Elternteil bereits im Land geboren ist.
  • Davon zu unterscheiden ist das "Abstammungsprinzip" (ius sanguinis), das an die Staatsbürgerschaft der Eltern geknüpft ist.

Bei Neugeborenen wird das Anrecht auf Verleihung der Staatsbürgerschaft in den EU-Staaten folgendermaßen geregelt:

  • ius soli bei der Geburt (an Bedingungen gebunden):
    Belgien, Deutschland, Griechenland, Irland, Portugal, Vereinigtes Königreich
  • Doppeltes ius soli bei der Geburt:
    Belgien, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien
  • ius sanguinis (Abstammungsprinzip):
    Österreich, Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Italien, Rumänien, Slowenien, Dänemark, Zypern, Malta, Polen, Slowakei, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen

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