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Startschuss für Europas Kulturhauptstädte 2018 

Leeuwarden und Valletta als Zentren europäischer Kultur und Vielfalt.

11.1.2018/NTU

Kurz gefasst

Ab 1. Jänner 2018 sind Leeuwarden (Niederlande) und Valletta (Malta) ein Jahr lang die Europäischen Kulturhauptstädte. Vom Dorffest bis Dada: Beide Städte präsentieren ein abwechslungsreiches Kulturprogramm, das die Bedeutung Europas kultureller Identität in den Mittelpunkt stellt und die Bevölkerung aktiv miteinbezieht. Seit 1985 wählt die EU jedes Jahr zwei europäische Städte als Kulturhauptstädte aus.

Während die mit knapp 6 000 Einwohnerinnen und Einwohnern bisher kleinste Kulturhauptstadt Europas, Valletta, das Kulturhauptstadtjahr mit zahlreichen Veranstaltungen in Anlehnung an die traditionellen maltesischen Dorffeste "festa" befeiert, punktet das niederländische Leeuwarden mit einem ebenso umfassenden Programm, das "iepen minskip" (offene Gemeinschaft) in den Vordergrund stellt. Das ganze Jahr über werden in den beiden Städten außergewöhnliche Events in allen Bereichen der Kunst und Kultur angeboten.

Dare to dream. Dare to act. Dare to be different.

Das Konzept der offenen Gemeinschaft und des respektvollen Umgangs miteinander innerhalb einer vielfältigen Kultur zieht sich als Herzstück durch das Festprogramm der Kulturhauptstadt Leeuwarden. Nach der feierlichen Eröffnung am 26. und 27. Jänner sind in der Stadt und in der gesamten niederländischen Region Friesland über 800 kulturelle Projekte geplant. Von Dadaismus-Ausstellungen und einer Mata-Hari-Oper über den 2-tägigen "Slachte"-Kunstmarathon bis hin zum Filmfestival - für alle ist etwas dabei.

Leeuwarden-Fryslân © European Capital of Culture / Theo de Witte

"Leeuwarden-Friesland 2018" will in seinem Kulturhauptstadtjahr mit zahlreichen Initiativen festgefahrene Denkstrukturen hinterfragen und mögliche neue Wege für ein nachhaltiges, multikulturelles und soziales Zusammenleben entwerfen. Hier sollen Künstlerinnen und Künstler ihren Beitrag leisten können, wie auch die gesamte Bevölkerung, um miteinander eine noch lebenswertere Zukunft sicherzustellen.

Von Festival bis Feuerwerk.

In Malta finden die Eröffnungsfeierlichkeiten in der Kulturhauptstadt bereits ab 13. Jänner statt. Den Beginn macht das Internationale Barockfestival Valletta 2018, danach werden eine Woche lang in der gesamten Stadt Musik-, Theater- und spezielle Kinderveranstaltungen angeboten sowie Sportevents. Die Stadt lockt außerdem mit jeder Menge Geschichte und einem fulminanten Feuerwerk über dem Hafen am 30. April.

(Video auf Youtube ansehen.)

Insgesamt sind in der Kulturhauptstadt Valletta dieses Jahr mehr als 140 Projekte und 400 Veranstaltungen geplant. Lokale wie auch internationale Kunst- und Kulturschaffende präsentieren Events in verschiedensten Formaten – dabei stehen 3 Hauptthemen im Vordergrund: "Geschichten von der Insel", "Barocke Zukunft" und "Reisen". Wie in der niederländischen Kulturhauptstadt sollen die vielfältigen Projekte dazu dienen, unter Einbeziehung aller Bürgerinnen und Bürger, einen ganzheitlichen Beitrag zur langfristigen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Maltas zu leisten.

Ein europäisches Erfolgsprojekt

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport betont, dass durch das Projekt "Europäische Kulturhauptstadt" Menschen über die Kultur einander nähergebracht werden sollen. Außerdem sei 2018 ist ein besonderes Jahr,"da es das Europäische Jahr des Kulturerbes ist und beide Städte zahlreiche Projekte zur Förderung des Kulturerbes in ihr Programm aufgenommen haben. Damit tragen sie dazu bei, die Rolle der Kultur für den Aufbau einer europäischen Identität hervorzuheben."

Seitdem sie vor 30 Jahren von der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen wurde, hat sich die Initiative zu einem der renommiertesten europäischen Kulturprojekte entwickelt. Ziel des EU-Kulturhauptstadt-Förderprogrammes ist es, die Vielfalt europäischer Kultur den Bürgerinnen und Bürgern innerhalb und außerhalb der Region zu vermitteln. Darüber hinaus sollen die ausgewählten Städte für Touristen noch attraktiver werden und eine langfristige regionale Weiterentwicklung gefördert werden.

Im Jahr 2017 waren Aarhus in Dänemark und Pafos auf Zypern die Kulturhauptstädte Europas. Nach Leeuwarden und Valletta folgen 2019 die Städte Plovdiv (Bulgarien) und Matera (Italien). Österreich ist erst 2024 wieder dran.

Hintergrundinformationen zu Europäischen Kulturhauptstädten:

Gemäß dem EU-Beschluss 445/2014/EU teilen sich jährlich 2 Städte aus den EU-Mitgliedstaaten den Titel nach einer festgelegten Länderreihenfolge. Um nicht das gesamte kulturelle Erbe des Kontinents aus den Augen zu verlieren, wird es ab dem Jahr 2021 auch für EU-Beitrittsländer möglich sein, die Kulturhauptstadt zu stellen. Ab 2024 können sich dann auch alle 3 Jahre Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) bewerben.

Eine hochqualifizierte EU-Jury und 2 nationale Expertinnen und Experten begleiten das 2-stufige Auswahlverfahren. Beginnend mit einer nationalen Ausschreibung wird zunächst eine engere Auswahl der Bewerberstädte erstellt. Diese Städte haben dann 9 Monate Zeit, ihre Konzepte zu konkretisieren. Damit die Vorbereitungen rechtzeitig anlaufen können, erfolgt die endgültige Auswahl durch die Jury bereits 4 Jahre im Voraus. Die EU-Förderung aus dem Programm "Creative Europe" beträgt 1,5 Millionen Euro pro Stadt.

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