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Weiteres Hilfspaket für Griechenland beschlossen

Die Euro-Finanzminister und -Finanzministerinnen einigen sich auf weitere 8,5 Milliarden für Griechenland

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem
Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem (© Europäischer Rat)

16.6.2017/TMI

Kurz gesagt

Am 15. Juni 2017 einigten sich die Euro-Finanzminister und -Finanzministerinnen in Luxemburg auf ein weiteres Hilfspaket. Noch vor dem Sommer fließen 8,5 Milliarden Euro an Griechenland. Schuldenerleichterungen sind aber weiterhin keine in Sicht.

Nach monatelangem Tauziehen einigten sich die Euro-Finanzminister und -Finanzministerinnen am 15. Juni 2017 auf das 3. Rettungspaket für Griechenland. Bis Ende Juni werden insgesamt 8,5 Milliarden ausbezahlt. Der größte Teil des Geldes fließt, damit Griechenland Altschulden bezahlen kann. Ein kleinerer Teil wird zur Begleichung offener Rechnungen im öffentlichen Dienst genutzt.

IWF pocht weiter auf Schuldenerleichterungen

Zur Verzögerung der Auszahlungen an Griechenland kam es zuletzt wegen Uneinigkeiten mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Der IWF kündigte zwar erstmals an, sich mit einem eigenen Griechenland-Programm an dem Hilfspaket beteiligen zu wollen, er verlangt aber von den Europäern Schuldenerleichterungen. Denn der IWF hegt größte Zweifel an der Schuldentragfähigkeit Griechenlands und möchte nur Geld verleihen, wenn auch tatsächlich klar ist, dass die Schulden zurückgezahlt werden können.

Eine konkrete Zusage für die Erleichterung von Schulden konnte auch dieses Mal nicht erreicht werden. Der Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sprach von der Möglichkeit, bei Bedarf die Kreditlaufzeit auf bis zu 15 Jahre zu verlängern. Über konkrete Schuldenerleichterungen möchten die EU-Finanzminister aber erst 2018 sprechen.

Griechenland setzt alle Reformen um

Flaggen EU - Griechenland

Nachdem Griechenland alle zum Teil sehr harten Steuer-, Pensions- und Arbeitsmarktreformen umgesetzt hat, benötigt das Land noch vor dem Sommer dringend frisches Geld.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras versuchte bis dato erfolglos zu erreichen, dass die Rückzahlung der Schulden an das Wirtschaftswachstum gekoppelt wird. Dadurch müsste Athen mehr Schulden zurückzahlen, falls die griechische Wirtschaft in den kommenden Jahren kräftiger wachsen würde, jedoch weniger, wenn die Wirtschaft stagniert.

Webtipps

Siehe auch

Griechenland im Kampf gegen die Schuldenkrise – eine Chronologie der Ereignisse, 2015