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Österreichs Weg in die Europäische Union

Österreich ist seit 1995 EU-Mitglied. Aber wie ist es eigentlich dazu gekommen? Welche Schritte haben zum österreichischen EU-Beitritt geführt?

Ausführlichere Informationen zum österreichischen Weg in die Europäische Union und zur Infografik finden Sie in den folgenden Passagen:

8.5.1945: Ende des Zweiten Weltkriegs

Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endet der Zweite Weltkrieg. Die Alliierten (Frankreich, Großbritannien, USA, Sowjetunion) erkennen die provisorische österreichische Regierung an. Österreich ist bis 1955 in 4 alliierte Besatzungszonen geteilt.

Trümmerhaufen bei der Votivkirche in Wien
Trümmerhaufen in Wien (© bildarchivaustria/ÖNB/Spiegel)

15.5.1955: Staatsvertrag – "Österreich ist frei"

10 Jahre nach Kriegsende ist Österreich durch den Staatsvertrag und nach dem Abzug der alliierten Truppen wieder ein vollkommen unabhängiger und demokratischer Staat. Österreich verpflichtet sich zur Neutralität und verspricht, keinem militärischen Bündnis beizutreten.

Außenminister Leopold Figl präsentiert am Balkon des Belvedere den unterzeichneten Staatsvertrag
Außenminister Leopold Figl präsentiert am Balkon des Belvedere den unterzeichneten Staatsvertrag (© Votava, Wien )

4.1.1960: Österreich ist Gründungsmitglied der EFTA

Mit der Gründung der Europäischen Freihandelszone (EFTA) tritt Österreich einem Wirtschaftsbündnis bei. Der Beitritt markiert einen ersten wichtigen Schritt der europäischen Intergration Österreichs.

Aktuelle (dunkelgrün: Island, Norwegen, Schweiz, Liechtenstein) und ehemalige (hellgrün: Österreich, Dänemark, Großbritannien, Portugal, Schweden, Finnland) EFTA-Staaten
Aktuelle (dunkelgrün: Island, Norwegen, Schweiz, Liechtenstein) und ehemalige (hellgrün: Österreich, Dänemark, Großbritannien, Portugal, Schweden, Finnland) EFTA-Staaten (© Wikipedia/Júlio Reis/Kolja21)

1.1.1973: Freihandelsabkommen Österreich-EWG

Grafik Eurozeichen schweben zwischen Baukränen

Das Freihandelsabkommen zwischen Österreich und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) tritt in Kraft. Die EWG ist die Vorvorgängerin der heutigen EU. Zum 1. Januar 1973 hatte sie 9 Mitglieder (6 Gründungsstaaten - Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg – sowie Großbritannien, Irland und Dänemark).

17.7.1989: Beitrittsansuchen an die EG ("Brief nach Brüssel")

Österreich, vertreten durch Außenminister Alois Mock, übermittelt den "Brief nach Brüssel". Darin ersucht die Regierung formell um die Aufnahme Österreichs in die Europäische Gemeinschaft (EG; heute: Europäische Union, EU)

"Brief nach Brüssel" des damaligen Außenministers Alois Mock
"Brief nach Brüssel" des damaligen Außenministers Alois Mock (© Parlament.gv.at)

28.7.1989: Rat stimmt Beitrittsverfahren zu

Österreich-Fahne, EU-Fahne

Der Rat der Europäischen Gemeinschaft stimmt der Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit Österreich zu.

9.11.1989: Fall des Eisernen Vorhangs

Berliner Mauer

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs überwindet Europa seine Teilung in West und Ost. Am 19. August 1989 flüchten hunderte DDR-Bürgerinnen und -Bürger über die Grenze zwischen Österreich und Ungarn in den Westen (Paneuropäisches Picknick). Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer.

Bild rechts: 10. November 1989 - Tausende Menschen versammelten sich auch noch einen Tag nach dem Fall der Berliner Mauer am Brandenburger Tor © M. R. Ernst, Gedenkstätte Berliner Mauer

31.7.1991: EU-Kommission für EU-Beitritt Österreichs

Grafik Wir sind Europa

Die Europäische Kommission befürwortet die Aufnahme Österreichs in die Europäische Gemeinschaft.

1.2.1993: Start der Beitrittsverhandlungen

Plakat Reden wir darüber - die österreichische Informationskampagne zum EU-Beitritt
Plakat "Reden wir darüber" - die österreichische Informationskampagne zum EU-Beitritt (© Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten, Europäische Akademie Wien)

19.4.1994: Positiver Abschluss der Beitrittsverhandlungen

Bundespräsident Thomas Klestil, EU-Staatssekretärin Brigitte Ederer, Außnminister Alois Mock, ÖVP-Bundesobmann Erhard Busek

Nach zähen nächtlichen Runden erreichen die österreichischen Politikerinnen und Politiker in Brüssel ihr Ziel: Die Beitrittsverhandlungen werden positiv abgeschlossen. Österreich kann der EU mit Jahresbeginn 1995 beitreten.

Rechts im Bild: Bundespräsident Thomas Klestil, EU-Staatssekretärin Brigitte Ederer, Außenminister Alois Mock und ÖVP-Bundesobmann Erhard Busek © Votava Wien

4.5.1994: EU-Parlament stimmt für EU-Beitritt Österreichs

Das Europäisches Parlament stimmt dem Beitritt Österreichs zur EU mit 378 von 517 Abgeordneten-Stimmen zu.

Bleistifte mit Fahnen der EU-Mitgliedstaaten

12.6.1994: 66,6 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher für EU-Beitritt

Zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher sagen "Ja" zur EU-Mitgliedschaft. Abgestimmt wird über das Beitritts-Bundesverfassungsgesetz.

Muster des amtlichen Stimmzettels für die Volksabstimmung am 12. Juni 1994 über den Beitritt Österreichs zur EU

24.6.1994: Unterzeichnung des Beitrittsvertrags

Alois Mock (rechts) und Franz Vranitzky (2. von rechts) unterschreiben den EU-Beitrittsvertrag Österreichs auf Korfu

Beim EU-Gipfel auf Korfu unterzeichnen Bundeskanzler Franz Vranitzky (im Bild: 2. von rechts) und Außenminister Alois Mock (im Bild: rechts) Österreichs Beitrittsvertrag.

11.11.1994: Österreichisches Parlament sagt "Ja" zum Beitritt

Der österreichische Nationalrat stimmt über den EU-Beitrittsvertrag ab. Dieser wird mit 141 zu 40 Stimmen genehmigt. Der Bundesrat stimmt eine Woche später ebenfalls zu.

Sitzungssaal des Nationalrates

1.1.1995: Österreich wird EU-Mitglied

Sonderbriefmarke Beitritt Österreichs zur Europäischen Union

Aus 12 werden 15: Der EU-Beitrittsvertrag tritt in Kraft. Österreich wird gemeinsam mit Schweden und Finnland Mitglied der Europäischen Union. Damit ist die Union von 12 auf 15 Staaten angewachsen.